Was anziehen Treffen Ex: Styling

Was anziehen beim Treffen mit dem Ex? Styling-Tipps für den richtigen ersten Eindruck.

22 Min. Lesezeit Kommunikation & Kontakt

Warum du diesen Artikel lesen solltest

Du stehst vor einem ersten Treffen mit deiner/deinem Ex und fragst dich: Was anziehen? Dieses scheinbar einfache Thema hat psychologische Tiefe: Dein Outfit beeinflusst, wie du dich fühlst, wie du wirkst und welche Dynamik zwischen euch entsteht. In diesem Ratgeber erhältst du wissenschaftlich fundierte Strategien aus der Bindungs-, Beziehungs- und Sozialpsychologie – kombiniert mit konkreten Styling-Tipps, Szenarien und Checklisten. Ziel: Ein Look, der zu dir passt, dich emotional stabilisiert und eure Kommunikation ruhig, respektvoll und klar macht.

Wissenschaftlicher Hintergrund: Warum Kleidung beim Treffen mit dem/der Ex zählt

Wenn du über „was anziehen Ex Treffen“ nachdenkst, geht es nicht nur um Mode. Kleidung sendet Signale, formt Selbstwahrnehmung und beeinflusst die Dynamik zwischen zwei Menschen – besonders in emotional aufgeladenen Situationen wie einem Wiedersehen nach der Trennung.

  • Erster Eindruck: Studien zeigen, dass Menschen in wenigen Millisekunden warme, kompetente und vertrauenswürdige Eindrücke bilden (Willis & Todorov, 2006). Kleidung, Pflege und Körpersprache liefern dabei starke Hinweise.
  • Enklothed Cognition: Was du trägst, beeinflusst deine kognitive Leistung und dein Gefühl von Selbstwirksamkeit (Adam & Galinsky, 2012). Ein sorgfältig gewähltes Outfit kann innere Stabilität fördern – entscheidend, wenn Bindungssysteme getriggert sind.
  • Bindungsaktivierung: Durch Trennung werden Bindungssysteme (Bowlby, 1969; Hazan & Shaver, 1987) reaktiviert. Ein neutrales, gut sitzendes Outfit kann helfen, Eskalationen zu vermeiden, weil es weniger „laute“ Signale sendet.
  • Neurochemie des Liebeskummers: Ablehnung und Verlust aktivieren Belohnungs- und Schmerzsysteme (Fisher et al., 2010). Ein vorher geplanter, beruhigender Stil, komfortable Materialien und ritualisierte Vorbereitung strukturieren deine Emotionen.
  • Selbstwert und Anziehung: Selbstsichere Selbstdarstellung steigert wahrgenommene Attraktivität und Kompetenz (Etcoff et al., 2011). Du musst nicht „überstylen“, sondern dich authentisch und gepflegt zeigen.
  • Farbe & Wahrnehmung: Farbe kann subtile Wirkungen auf Attraktivität und Dominanzsignale haben (Elliot & Niesta, 2008). In Kontexte mit Ex-Partnern ist Zurückhaltung oft klüger als starke Signale.

Kurz: Dein Outfit ist kein Zaubertrick, aber ein regulatives Werkzeug. Es kann dir helfen, ruhig zu bleiben, respektvoll zu wirken und ein Gespräch auf Augenhöhe zu führen – ohne falsche Versprechen oder manipulative „Taktiken“.

Was dein Outfit leisten kann

  • Innere Stabilität fördern (Enclothed Cognition)
  • Einen respektvollen, reifen Eindruck erzeugen
  • Ambivalenz vermeiden (klare, ruhige Signale)
  • Gespräche entemotionalisieren (keine provokativen Reize)
  • Deine Selbstwirksamkeit stärken

Was dein Outfit nicht leisten kann

  • Gefühle oder Bindungsmuster der/des Ex kontrollieren
  • Beziehungsprobleme „unsichtbar“ machen
  • Ablehnung in Anziehung verwandeln
  • Echte Reife durch Inszenierung ersetzen
  • Kommunikation oder Grenzen „ersparen“

Psychologie des ersten Eindrucks: Was Kleidung zu Wärme, Kompetenz und Respekt beiträgt

Menschen beurteilen in Sekundenbruchteilen zwei Dimensionen: Wärme/Vertrauenswürdigkeit und Kompetenz. Beim Treffen mit dem/der Ex brauchst du beides. Kleidung kann beide Dimensionen unterstützen, wenn sie:

  • sauber und gut gepflegt ist (Respekt gegenüber dir selbst und dem Anlass),
  • gut sitzt (nicht kneift, nicht rutscht; signalisiert Souveränität),
  • zum Kontext passt (Café vs. Abendessen vs. Spaziergang),
  • farblich zurückhaltend ist (zu starke Signale vermeiden),
  • deine Persönlichkeit spiegelt, ohne zu überinszenieren.

Beispielfarben und was sie oft kommunizieren (kontextabhängig!):

  • Marineblau, Dunkelgrün, gedecktes Grau: ruhig, vertrauenswürdig, geerdet.
  • Creme, Beige, Sand: offen, freundlich, weich.
  • Dunkelrot/Burgund: elegant, aber sparsam einsetzen, da Rot Dominanz/Erotik signalisieren kann.
  • Schwarz: formal, schlank machend, kann aber distanziert wirken; durch weichere Materialien ausbalancieren.

Wichtig: Du kleidest dich nicht für „Effekt“, sondern für einen Zustand – emotional reguliert, konzentriert, freundlich. Das sollte sich in Schnitt, Stoff und Pflege zeigen.

Attachment, Emotionsregulation und Outfit: Wie du dich innerlich stabilisierst

Trennung reaktiviert Bindungsbedürfnisse (Bowlby, 1969; Ainsworth et al., 1978). Unsichere Strategien zeigen sich dann in Über- oder Unterreaktion: Überstyling (dramatisch, provozierend) oder Vernachlässigung (egal, ungepflegt). Dein Ziel ist die sichere Mitte: sorgsam, aber entspannt.

  • Wenn du eher ängstlich-ambivalent bist: Wähle ein Outfit, das dich nicht in ständige Selbstüberwachung zieht (keine zu engen, rutschenden, sehr freizügigen Teile). Komfort reduziert inneres Monitoring und hilft dir, im Gespräch zu bleiben.
  • Wenn du eher vermeidend bist: Wähle Stoffe und Schnitte, die weiche Haptik haben; das unterstützt körperliche Ruhe, ohne in Distanz-Rüstung (nur schwarz, sehr formell) zu kippen.
  • Neutralitäten sind dein Freund: Einfache Silhouetten, „mid-tones“, natürliche Materialien.

Neurowissenschaftlich betrachtet begünstigt Vorhersehbarkeit (Routine, Checklisten) die Emotionregulation, weil sie die kognitive Last reduziert. Plane dein Outfit frühzeitig, mache eine Anprobe, mach Fotos – so triffst du beim Treffen weniger mikroskopische Entscheidungen.

Woche vor dem Treffen

Planung ist Regulation

  • Wähle 1–2 Outfit-Optionen, die dem Rahmen entsprechen.
  • Probelauf: 30–60 Minuten zuhause tragen. Prüfe Sitz, Bewegung, Temperatur.
  • Mach Fotos bei Tageslicht. Wirken die Farben ruhig? Fühlst du dich „du selbst“?
48 Stunden vorher

Feinschliff

  • Alles waschen/steamen/bügeln.
  • Schuhe reinigen, Schnürsenkel checken.
  • Accessoires minimal vorbereiten (Uhr, schlichte Kette, dezente Ohrringe).
24 Stunden vorher

Stress reduzieren

  • Tasche packen (Taschentücher, Wasser, Kaugummi, Lippenpflege, Mini-Deo).
  • Sicherheitsnadeln/kleines Pflaster gegen Blasen.
3 Stunden vorher

Anziehen als Ritual

  • Duschen, gepflegte Haare, Nägel kurz/sauber.
  • Parfum/Aftershave minimal (1–2 Sprühstöße, Handgelenke/Nacken).
Kurz vor dem Treffen

Grounding

  • 2 Minuten langsame Atmung.
  • Körperspannung aus Schultern lösen, Kiefer entspannen.
  • Haltung: Aufrecht, offen, freundlicher neutraler Gesichtsausdruck.

Praktische Anwendung: Leitlinien für „was anziehen Ex Treffen“

Ziel ist ein Look, der natürliche Anziehung (Wärme, Authentizität) zulässt, ohne sexualisierte Provokation oder formale Kälte. Hier sind Prinzipien:

Passform vor Marke
  • Gut sitzende Kleidung wirkt kompetent und „zusammen“. Zu enge Kleidung wirkt nervös/aufmerksamkeitsheischend; zu weite Kleidung wirkt nachlässig.
  • Faustregel: Eine Lage am Körper, die sich in allen Bewegungen wohl anfühlt, plus eine „drapierende“ Lage (z. B. leichte Jacke/Cardigan) für Struktur und Sicherheit.
Stoffe und Texturen
  • Matte, glatte Oberflächen signalisieren Ruhe. Hochglanz (sehr glänzende Materialien) kann schnell „Event“-Charakter bekommen.
  • Naturfasern (Baumwolle, Wolle, Viskose, Tencel) wirken hochwertig und fühlen sich angenehm an – gut für Selbstberuhigung.
Farbwahl
  • Basis: Navy, Anthrazit, Mittelgrau, Taupe, Beige, Waldgrün, gedämpftes Blau.
  • Akzent: Ein Schal, Tuch, Uhr, Armband oder T-Shirt in einem beruhigenden Ton. Vermeide „hartes“ Signalrot als Flächenton beim ersten Treffen.
Schuhe
  • Sauber, gepflegt, bequem. Geräuscharm (keine klackernden Absätze, wenn dich das nervös macht). Kein abgetragenes Schuhwerk.
Accessoires und Duft
  • Minimalistisch. Ein detailbewusstes Stück reicht.
  • Duft maximal zurückhaltend. Duft ist direkt mit Emotions- und Erinnerungsnetzwerken verknüpft; zu intensive Düfte können triggern.
Haare, Bart, Make-up
  • Ziel: „Frisch, nicht gemacht“. Leichte Hautpflege, ggf. leichtes Make-up zur Ebenmäßigkeit (nicht zur Verkleidung). Männer: Bart sauber konturiert oder rasiert.
Kontextangemessenheit
  • Wähle Kleidung, die sich organisch in den Ort einfügt: Café = smart casual; Park = lässig gepflegt; Abendessen = etwas gehobener, aber zurückhaltend.
Klima und Layering
  • Temperaturschwankungen einkalkulieren. Eine zusätzliche Schicht vermeidet Schwitzen/Frieren – beides verstärkt Nervosität.
Taschen und Ordnung
  • Keine überfüllte Tasche; Essentials ready. Ordnung vermittelt innere Ruhe.
Sicherheit
  • Blasenpflaster, Taschentücher, Ersatzhaargummi, Mininähset – du planst für dich, nicht gegen den/die Ex.

Beispiel-Outfits nach Kontext

Die folgenden Beispiele sind Vorschläge – passe sie an Körperform, Stil und Jahreszeit an. Ziel ist eine ruhige, respektvolle Präsenz.

  • Café/Brunch (Smart Casual)
    • Option feminin: Dunkelblaue High-Waist-Jeans, cremefarbene Bluse mit weich fallendem Stoff, flache Lederslipper, feine Kette.
    • Option maskulin: Dunkelblaue Chino, weißes/creme T-Shirt aus dichter Baumwolle, dunkelgraue Overshirt-Jacke, saubere Sneaker/Derbys.
    • Option androgyn: Schwarze Zigarettenhose, hellgraues Stricktop, leichte Bomberjacke in Taupe, minimalistischer Lederrucksack.
  • Spaziergang/Park
    • Leichte Funktionsjacke in gedeckter Farbe, saubere, bequeme Schuhe (kein Trail-Matsch), unaufdringliche Mütze/Cap bei Sonne.
  • Abendessen
    • Feminin: Midi-Kleid in gedecktem Ton (Waldgrün, Marine), Strickcardigan oder Blazer mit weicher Schulter, niedrige Absätze.
    • Maskulin: Dunkle, gut sitzende Jeans oder Wollhose, Hemd in softem Blau/Weiß, Strick-Sakko oder unstrukturierter Blazer, Lederschuhe.
    • Androgyn: Jumpsuit in Dunkelblau mit weichem Gürtel, dezente Chelsea-Boots.
  • Gemeinsamer Freundeskreis (z. B. Geburtstag)
    • Nicht „aufdrehen“. Ein stimmiges, hochwertiges Basic-Outfit, das respektvoll wirkt und nicht nach „Show“ schreit.
  • Übergabe mit Kindern (kurz, funktional)
    • Praktisch und gepflegt: Dunkle Jeans, sauberes Shirt, leichte Jacke; kein Auftrittsoutfit, keine Provokation.
  • Halbformelles Event (z. B. Theater)
    • Zwei-Schichten-Prinzip, monochrome Palette, mattes Leder; vermeide exzentrische Muster.

Konkrete Szenarien: Wie Kleidung, Haltung und Worte zusammenspielen

Szenarien helfen, die psychologischen Prinzipien in Handlungen zu übersetzen. Namen sind exemplarisch.

  • Sarah, 34, ängstlich-ambivalente Tendenz, Café-Treffen nach 6 Wochen Funkstille:
    • Ziel: Ruhe, nicht testen/provozieren.
    • Outfit: Dunkelgrüne Bluse, Straight-Jeans, beiger Trench, Loafer. Dezente Ohrringe.
    • Haltung: Offene Schultern, Hände um die Tasse statt Gesichtsberührungen.
    • Sprache: „Schön, dass es klappt. Lass uns 45 Minuten nehmen.“
  • Jonas, 41, vermeidender Stil, Spaziergang nach einvernehmlicher Trennung:
    • Ziel: Verbindung ohne Kälte.
    • Outfit: Navy-Strickpullover, graue Chino, weiße minimal Sneaker, leichte Steppweste.
    • Haltung: Blickkontakte halten, Arme nicht dauerhaft verschränken.
    • Sprache: „Ich möchte ruhig sprechen. Wenn ein Thema zu viel wird, machen wir kurz Pause.“
  • Leyla, 29, Abendessen, noch starke Gefühle:
    • Ziel: Keine hypersexualisierte Signalgebung.
    • Outfit: Midi-Kleid in Marine, weiches Strickjäckchen, niedrige Absätze; zarter Duft.
    • Sprache: „Ich bin hier, um zuzuhören und klar zu sein – nicht, um alte Wunden aufzureißen.“
  • Marcel, 36, Übergabe mit Kind, funktionales Kurztreffen:
    • Ziel: Klarheit, Neutralität.
    • Outfit: Dunkle Jeans, graues hochwertiges T-Shirt, leichte Jacke, gepflegte Sneaker.
    • Sprache: „Übergabe heute wie geplant. Ich wünsche dir einen guten Abend.“
  • Emma, 32, gemeinsamer Freundekreis-Event:
    • Ziel: Nicht als „Show“ wahrgenommen werden, aber präsent.
    • Outfit: Cremefarbener Pullover, schwarze Zigarettenhose, Gold-Armreif, dezentes Make-up.
    • Sprache: Höfliche Kürze, keine Paardiskussionen im Gruppenrahmen.
  • Tim, 28, Ex kommt spontan mit zum After-Work:
    • Ziel: Spontanität mit Ruhe verbinden.
    • Outfit: Bereits im Büro getragen – Hemd + dunkle Jeans + dezente Schuhe. Keine „dringende“ Outfit-Änderung.
    • Sprache: „Schön, dich zu sehen. Ich bleibe bis 20 Uhr, dann muss ich los.“

Farbpsychologie ohne Mythen: Signale dosieren

  • Rot: Steigert Wahrnehmung von Attraktivität/Dominanz in romantischen Kontexten (Elliot & Niesta, 2008). Beim Ex-Treffen sparsam einsetzen (z. B. kleines Accessoire, nicht als Vollfläche).
  • Blau/Grün: Häufig mit Ruhe, Vertrauen, Natur assoziiert. Gute Wahl für Oberteile, die nah am Gesicht sind.
  • Schwarz: Schlank, formell, kann Distanz signalisieren. Mit weicher Textur/helleren Akzenten mildern.
  • Weiß/Creme: Frisch, offen, aber anfällig für Flecken/Transparenz. Materialwahl beachten.

Wähle Farbtöne, die deinem Hautton schmeicheln und fotografisch bei Tageslicht nicht „grell“ wirken. Teste im Spiegel bei natürlichem Licht.

Make-up, Haare, Bart: Das „Frisch, nicht gemacht“-Prinzip

  • Haut: Leichte Tönung/BB-Cream, punktuelles Abdecken. Vermeide maskierende, stark schimmernde Produkte.
  • Augenbrauen/Wimpern: Natürlich definiert.
  • Lippen: Pflegend, naturnahe Töne.
  • Haare: Sauber, frische Struktur, kein „Event-Styling“.
  • Männer: Bart sauber konturiert, Halsbereich gepflegt; wenn rasiert, mit milder Aftershave-Pflege. Haare mit wenig Produkt, eher matte Finishes.

Ziel ist, dass du dich selbst erkennst – nicht, dass du eine Rolle spielst.

Duft und Erinnerungen: Weniger ist mehr

Der Geruchssinn verknüpft Emotionen und Erinnerungen direkt. Ein neuer, sehr starker Duft kann als „Mittel“ wirken, ist aber riskant: Er kann dein Gegenüber überfordern oder künstlich wirken. Wenn du einen Duft trägst, bleibe bei leichter Dosierung (1–2 Sprühstöße) und eher „cleanen“ Duftprofilen (Zitrus, leichte Hölzer, weiche Florale). Gar kein Duft ist besser als zu viel.

Wichtig: Wenn euer gemeinsamer „Signature-Duft“ starke Erinnerungen triggert, vermeide ihn bewusst. Du unterstützt damit eure beiderseitige emotionale Stabilität.

Körpersprache und Outfit: Ein Scharnier

Outfits, die zu engen oder starren Bewegungen zwingen, erzeugen unbewusst Stress und signalisieren Unsicherheit. Kleidung, die dir Bewegungsfreiheit lässt, unterstützt offene Gesten: entspannte Schultern, freier Brustraum, langsame Handbewegungen, ruhig sitzende Füße. So lassen sich wärmere erste Eindrücke erzeugen, ohne Worte.

  • Sitzen: Beide Füße am Boden, aufrechte, aber weiche Haltung. Beine nicht hektisch überkreuzen und wieder lösen.
  • Stehen: Gewicht nicht auf ein Bein „hängen“, sondern ausgewogen. Hände auf Höhe der Oberschenkel oder locker auf dem Tisch.
  • Blick: 60–70% Blickkontakt beim Sprechen, 40–50% beim Zuhören – starres Starren vermeiden.

Fehler, die du vermeiden solltest

  • Übersexualisierung: Tiefe Ausschnitte, sehr enge Kleidung, sehr kurze Säume – senden uneindeutige Signale. Ziel ist Respekt und Klarheit.
  • „Rache-Outfit“: Überinszenierung, die dein wahres Ziel (Kontakt auf Augenhöhe) konterkariert.
  • Vernachlässigung: Flecken, Fussel, ungepflegte Schuhe – signalisieren innere Unordnung.
  • Zu viel Parfum/Aftershave.
  • Freundeskreis-Event als Laufsteg nutzen.
  • „Ich ziehe extra das an, was du früher gehasst hast“ – passiv-aggressive Kommunikation über Kleidung.

Checklisten: Schnell, konkret, verlässlich

  • Passform-Check: Nichts zwickt, nichts rutscht, du kannst frei atmen.
  • Sauberkeit: Fleckenfrei, keine abstehenden Fäden, keine Fussel.
  • Schuhe: Sauber, Absätze/Sohlen in Ordnung, leise.
  • Accessoires: Maximal 1–2 auffällige Elemente, sonst minimal.
  • Tasche: Essentials nur. Keine vollen Einkaufsbeutel.
  • Wetter: Layer und ggf. Schirm.
  • Duft: 0–2 Sprühstöße. Fertig.

48 Stunden

Probelauf + Feinschliff geben dir Ruhe und reduzieren Entscheidungsmüdigkeit.

1–2 Akzente

Mehr braucht es nicht, um Persönlichkeit zu zeigen, ohne zu überinszenieren.

100%

Gepflegte Schuhe sind Pflicht: Sie rahmen den Gesamteindruck still, aber stark.

Budget, Nachhaltigkeit und Minimalismus: Gut aussehen ohne Shopping-Rausch

Du brauchst keine neue Garderobe für „was anziehen Ex Treffen“. Setze auf:

  • Bestehende, bewährte Teile, die du gerne trägst.
  • Kleine Optimierungen: Ein neuer, hochwertiger Gürtel; neue Schnürsenkel; saubere Einlegesohlen; Shirt in frischer, dichter Baumwolle.
  • Pflege statt Kauf: Dampf/Steamer, Fusselrasierer, Schuhcreme.

Nachhaltigkeit zahlt auf Selbstrespekt ein: Du zeigst dir, dass du Verantwortung übernimmst – ein leises, aber starkes Signal.

Saisonalität: Sommer, Winter, Regen – wie du dich anpasst

  • Sommer: Luftige, blickdichte Stoffe. Niemand fühlt sich wohl, wenn Schweißflecken im Fokus stehen – wähle Farben/Materialien, die das kaschieren (z. B. Muster, mittlere Töne, Leinenmischungen).
  • Winter: Wärmende Schichten; Mütze/Schal in gedeckten Farben. Vermeide Bedienbarrieren (riesige Schals, die dauernd neu arrangiert werden müssen).
  • Regen: Funktionsjacke in ruhigem Ton, saubere wasserdichte Schuhe. Ein durchweichter Schuh ist ein Stressor.

Spezialfälle: Körperbild, Narben, besondere Bedürfnisse

  • Körperbild: Trage Schnitte, die du bereits magst. Achte auf innere Signale (Atmung frei? Schultern entspannt?).
  • Narben/Tattoos: Sichtbar machen oder nicht ist deine Entscheidung. Frage dich: Dient es meiner Ruhe im Gespräch? Wenn ja, fein. Wenn nicht, abdecken.
  • Sensorische Sensibilität: Wähle weiche, geräuscharme Stoffe und verzichte auf kratzende Nähte/Etiketten.

Psychologische Mikro-Techniken, die dein Outfit ergänzen

  • Selbstaffirmation (Steele, 1988): 3 Sätze vor dem Spiegel: „Ich handle heute nach meinen Werten: Respekt, Klarheit, Freundlichkeit.“
  • Implementation Intentions: „Wenn ich Herzrasen spüre, dann trinke ich einen Schluck Wasser und atme 4–6.“
  • Zeitgrenze setzen: „Ich habe 60 Minuten. Danach gehe ich.“ Kleidung, die dich an Termine erinnert (Uhr), unterstützt das.

Die Neurochemie der Liebe ist vergleichbar mit einer Drogenabhängigkeit.

Dr. Helen Fisher , Anthropologin, Kinsey Institute

Übersetzt: Rechne mit Triggern. Dein Outfit ist ein Anker, kein Allheilmittel.

Dialogbeispiele: Wenn dein Outfit Komplimente auslöst

  • Ex: „Du siehst gut aus.“
    • Du: „Danke. Ich wollte es ruhig halten heute.“
  • Ex: „Ist das neu?“
    • Du: „Ein älteres Lieblingsstück. Passt gut für ein Gespräch.“
  • Ex: „Du willst mich wohl beeindrucken.“
    • Du: „Ich möchte einfach respektvoll miteinander sprechen.“

Diese Antworten halten dich auf Kurs: ruhig, klar, ohne Flirt- oder Kampfmodus.

Wenn alte Muster locken: Kleidung als Grenze

Vielleicht spürst du den Impuls, die alte Dynamik zu reaktivieren (z. B. verführerisches Styling). Erinnere dich: Kurzfristige Dopamin-Kicks sabotieren langfristige Ziele. Kleidung kann Grenze sein – ein fein gewebter Pulli statt ein Party-Top – und dich an deine Absicht erinnern.

Achtung: Alkohol + stark sexualisierte Kleidung + späte Uhrzeit = hochriskante Mischung. Wenn das Treffen wichtig ist, halte Rahmen und Outfit nüchtern.

Feinabstimmung nach Stilrichtung

  • Klassisch: Klare Linien, gedeckte Farben, hochwertige Basic-Teile; minimaler Schmuck.
  • Sportlich: Saubere Sneaker, dunkle Jeans/Tech-Chino, Performance-Toplayer ohne riesiges Branding.
  • Kreativ: Eine texturierte Schicht (Cord, Strick) + ruhige Basis. Ein Statement-Accessoire genügt.
  • Elegant-leger: Monochrome Palette (Navy, Grau, Creme) + ein strukturierendes Teil (Blazer/Strickjacke).

Taktische Details mit großer Wirkung

  • Kragen/Decolleté: Mittel-hoher, weicher Ausschnitt wirkt freundlich; zu tief sendet Doppelbotschaft.
  • Ärmel: 7/8 oder akkurat gekürzt sieht gepflegt aus.
  • Hosenlänge: Korrekte Saumlänge; keine Pfützenbildung, keine „Hochwasser“ (außer bewusstes Cropped-Design).
  • Gürtel/Socken: Ton-in-Ton beruhigt den Look.
  • Brille: Gereinigt, keine alten Kratzer.
  • Uhr: Kleines, zeitlich-pragmatisches Signal.

Mikro-Regeln für Fotosituationen

Falls ihr ein Foto macht (Freundekreis-Situation):

  • Matte Oberflächen, mittlere Töne.
  • Glänzende Stellen abpudern (Stirn/Nase) – auch bei Männern mit Mattierungstüchern.
  • Keine großen Logos und Insider-Sprüche.

Typische Stolpersteine – und bessere Alternativen

  • Stolperstein: „Ich trage Rot, damit er/sie mich wieder will.“
    • Besser: Warme, gedeckte Töne und ein Accessoire, das Persönlichkeit zeigt.
  • Stolperstein: „Ich schlüpfe in das Outfit von unserem ersten Date.“
    • Besser: Ein aktuelles Lieblingsstück, das dein heutiges Ich repräsentiert.
  • Stolperstein: „Ich kaufe alles neu.“
    • Besser: Pflege, Anprobe, ein gezieltes Upgrade.

Anpassung an verschiedene Beziehungskontexte

  • Nach toxischer Dynamik: Noch stärker auf Neutralität achten. Keine Trigger-Signale (starker Duft, anzügliche Statements, Accessoires mit Insiderbedeutung).
  • Nach einvernehmlicher Trennung: Etwas mehr Individualität möglich – trotzdem respektvoll.
  • Bei Co-Parenting: Funktionalität + Ruhe. Du sendest Botschaft: „Stabilität fürs Kind zuerst.“

Emotionale Nachsorge: Das Outfit auch nach dem Treffen nutzen

Lege dein Outfit nach dem Treffen sorgsam ab. Nimm dir 10 Minuten für Reflexion: Was hat sich stimmig angefühlt? Was nicht? Das hilft beim nächsten Kontakt – und reduziert ruminatives Grübeln. Wenn das Outfit stark triggert (z. B. Duft), lagere es für einige Tage weg.

Wissenschaftliche Brücken – ausgewählte Befunde in Alltag übersetzt

  • Enclothed Cognition (Adam & Galinsky, 2012): Wähle Kleidung, die du mit Kompetenz/Serenität verbindest – das verstärkt die entsprechende Selbstwahrnehmung.
  • Erste Eindrücke (Willis & Todorov, 2006): Habe die ersten 60 Sekunden im Blick: Haltung, Gesicht, gepflegte Schuhe, saubere Hände.
  • Attraktivität vs. Vertrauenswürdigkeit (Etcoff et al., 2011): Natürlichkeit mit leichter Optimierung – weniger Show, mehr Souveränität.
  • Farbe Rot (Elliot & Niesta, 2008): Rot kann wirken, aber setze es bewusst und sparsam ein.
  • Bindung und Trigger (Bowlby, 1969; Hazan & Shaver, 1987): Wenn du weißt, dass du zu Überreaktion neigst, meide stark triggernde Kleidung/Düfte.
  • Trennungsschmerz im Gehirn (Fisher et al., 2010): Rechne mit innerer Unruhe – kühle Stoffe, sichere Passform, feste Schuhe geben Halt.

Eine kurze Stilbibliothek: Bausteine, die fast immer funktionieren

  • Oberteile: Dichte T-Shirts in Creme/Weiß/Grau, Hemden/Blusen in softem Blau/Off-White, feine Merino-/Baumwollstrickteile.
  • Unterteile: Dunkelblaue Straight-Jeans, schwarze Zigarettenhose, dunkelgraue Chinos, knitterarme Wollhosen.
  • Outerwear: Unstrukturierte Blazer, Cardigans, leichte Trenchcoats, dezente Bomber in Taupe/Navy.
  • Schuhe: Saubere weiße Leder-Sneaker, Loafer, Derbys, Chelsea-Boots, flache Sandalen (nicht klackernd).
  • Accessoires: Schlichte Uhr, filigraner Schmuck, Ledergürtel; Tuch/Schal in softem Ton.

Muster und Prints: Wie viel ist okay?

  • Kleine, subtile Muster (feine Streifen, Micro-Prints) gehen gut. Großflächige, laute Muster können ablenken und wirken je nach Kontext „laut“. Wenn du Muster liebst, nimm eins und halte den Rest ruhig.

Wenn du bewusst Distanz markieren willst

Manchmal willst du Grenzen markieren (z. B. wenn dein Ex übergriffig war). Kleidung kann helfen:

  • Strukturiertere Silhouetten (Blazer), kühlere Palette (Grau/Schwarz), geschlossenere Ausschnitte, feste Stoffe. Das signalisiert Seriosität und grenzt romantische Lesarten ein – ohne feindselig zu wirken.

Wenn du bewusst Wärme fördern willst

  • Weiche Texturen (Strick), helle/erdige Töne, offene, aber nicht freizügige Ausschnitte, runde Formen (Cardigan statt steifem Blazer). Das lädt zu freundlicher Ko-Regulation ein.

Vorher-Nachher-Mini-Ritual

  • Vorher: Atmen, Schultern senken, Blick weich machen, Kleidung checken (Fussel, Sitz), Fokus-Satz: „Ich bleibe freundlich und klar.“
  • Nachher: 10 Minuten Gehen, Wasser trinken, kurze Notizen. Keine sofortigen Impuls-Nachrichten.

Beispiele „Do“ und „Don’t“ in Nachrichten, die zum Outfit passen

  • „Ich zieh‘ mich schick an, dann siehst du, was dir entgeht.“
  • „Ich komme in 10 Minuten. Freue mich auf ein ruhiges Gespräch.“
  • „Warte, ich muss noch mal umziehen, ich will doch was anderes anziehen, vielleicht gefällt dir das besser.“
  • „Ich bleibe bei meinem Plan. Bis gleich.“

Du signalisierst Konsequenz – das ist attraktiver als jede Inszenierung.

Wenn etwas schiefgeht

  • Fleck vor Ort? Ruhig bleiben, kleines Taschentuch/Feuchttuch nutzen. Nicht dramatisieren.
  • Blase im Schuh? Pflaster aufkleben, Situation benennen: „Ich setze mich kurz, habe mir eine Blase gelaufen.“ Natürlichkeit schlägt Perfektion.
  • Schweißfleck? Nicht hektisch reiben; ggf. Lage drüber (Cardigan), kurze Pause an frischer Luft.

Zusammenfassung der Logik

Kleidung ist nicht Manipulation, sondern Selbstführung. Du signalisierst: Ich respektiere mich, ich respektiere dich, ich respektiere die Situation. Das erhöht die Chance, dass Kommunikation gelingt – ob es um saubere Trennung, Klärung oder vorsichtiges Wiederannähern geht.

Kurzfristig kann Provokation Aufmerksamkeit erzeugen, aber sie verwirrt Signale und erhöht das Risiko für impulsive Entscheidungen. Besser: Ruhige Attraktivität durch Passform, Pflege und Wärme.

Meist funktionieren Navy, Grau, Beige, Waldgrün. Rot sparsam. Wichtiger als die einzelne Farbe ist ein ruhiges Gesamtbild und stimmige Passform.

Nein. Pflege und Passform schlagen Neukauf. Ein gezieltes Upgrade (z. B. frisches Shirt, saubere Schuhe) kann reichen.

Weniger ist mehr: 0–2 Sprühstöße. Düfte triggern starke Erinnerungen – setze sie sehr bedacht ein.

Plane Layer und Materialien. Im Sommer luftige, blickdichte Stoffe; im Winter warme Schichten. Ziel: Komfort, damit du im Gespräch bleibst.

2 Minuten ruhige Atmung, kurzer Outfit-Check, klares Ziel in einem Satz, Wasser trinken. Kein letzter Outfit-Stress.

Ja, wenn du es mit weichen Texturen/helleren Akzenten kombinierst. Komplett schwarz kann distanziert wirken.

Kurz, freundlich, nicht flirty: „Danke, ich wollte es heute entspannt halten.“ Dann Thema wechseln.

Vermeiden. Sie lenken ab, triggern Assoziationen oder wirken wie Agenda-Setting.

Nur, wenn es dich selbst nicht triggert und du sehr sparsam dosierst. Sonst lieber neutral bleiben.

Fazit: Ruhe, Respekt, du selbst – in Stoff übersetzt

Du möchtest wissen: „Was anziehen Ex Treffen?“ Die Antwort ist kein einzelnes Kleidungsstück, sondern eine Haltung, die Kleidung lediglich sichtbar macht. Wenn du Passform, Pflege, zurückhaltende Farben, weiche Texturen und Kontextbewusstsein kombinierst, unterstützt dein Outfit das, was wirklich zählt: innere Stabilität, klare Kommunikation und Respekt. Das öffnet Raum für ehrliche Begegnung – ob sie zu Abschied, Klarheit oder langsamem Wiederannähern führt. Du musst niemanden „überzeugen“. Du darfst dich zeigen – ruhig, aufrecht, du selbst.

Anhang: Erweiterte Entscheidungshilfen, Körperformen, Digitaltreffen

Outfit-Entscheidungsbaum in 7 Schritten

Kontext bestimmen
  • Wo trefft ihr euch? Café, Park, Restaurant, Zuhause, gemischte Gruppe, Video-Call.
  • Dauer und Uhrzeit festlegen (z. B. 60–90 Minuten; Tageslicht vs. Abend).
Kommunikationsziel klären
  • Klärung, Abschied, vorsichtiges Andocken, Koordination (z. B. Co-Parenting). Notiere 1–2 Sätze als Kompass.
Temperatur und Bewegungsprofil checken
  • Draußen vs. drinnen, Sitz- vs. Gehanteil. Plane eine flexible zweite Schicht.
Farbrahmen definieren
  • Basis: 2 neutrale Töne (z. B. Navy + Creme). Akzent: 1 ruhiger Ton (z. B. Salbei, Burgund als Mini-Akzent).
Passform-Check
  • Oberteil: Schulterpunkt korrekt, keine Zugfalten, Bewegungsfreiheit.
  • Unterteil: Bund sitzt, kein Rutschen. Saumlänge korrekt.
Textur-Balance
  • Eine weiche, beruhigende Textur (Strick, Fil-à-fil, gebürstete Baumwolle) + eine glatte, strukturgebende (Twill, Popeline).
Risiko-Minimierung
  • Schuhe eingelaufen? Stoff knitterarm? Fleck-Risiko gering? Backup (Taschentuch, Pflaster) eingepackt?

Detailliertere Leitlinien nach Körperform

Hinweis: Das Ziel ist Komfort und Souveränität. Wähle aus, was zu dir passt.

  • Feminin
    • A-Form (schmaler Oberkörper, mehr Hüfte): Oberteile mit Struktur an Schultern (leichter Puff, Raglan, weicher Blazer). Unterteile in dunkleren, matten Tönen. Midis statt Minis.
    • V-Form (breitere Schultern): Weiche, fallende Stoffe am Oberteil, V- oder U-Ausschnitte mittlerer Tiefe, Unterteile mit etwas Volumen (Straight, weite 7/8).
    • H-Form (wenig Taille): Monochrome Looks, Gürtel leicht oberhalb der natürlichen Taille oder gerade Linien mit hochwertiger Haptik.
    • O-Form (Mitte im Fokus): Fließende Materialien, offene Cardigans, vertikale Linien (Streifen, lange Kette), mittlere Kontraste.
    • X-Silhouette (ausgeprägte Taille): Weich betonte Taille ohne Enge (Wrap, Bindegürtel), rutschfeste Stoffe, die nicht „krabbeln“.
  • Maskulin
    • Schmal: Schmale, nicht enge Schnitte (Slim, nicht Skinny), weiche Stricklayer für optische Breite. Hemdkragen nicht zu groß.
    • Athletisch: Vermeide extreme Stretch-Skinny; wähle Regular Tapered. Oberhemden mit etwas Weite im Rücken, damit nichts zieht.
    • Kräftig: Dunklere, matte Stoffe, strukturierte Jacken (Overshirt, unstrukturierter Blazer), Hosen mit korrekter Leibhöhe. Gürtel nicht zu schmal.
    • Schultern/Hüfte-Balance: Bei kräftigen Oberschenkeln helfen mittelschwere Stoffe (320–380 g/m²) gegen Ausbeulen.
  • Androgyner Stil
    • Silhouetten mit klaren Linien, wenig Schnörkel. Ein Key-Piece (z. B. geradliniger Jumpsuit, Workwear-Jacke) + weiches Basic.
    • Farbspektrum: Kühle Neutrals (Kohle, Slate, Off-White, Navy). Akzente über Textur statt über Farbe.

Farbwahl nach Hautunterton (vereinfachte Orientierung)

  • Warm (goldener Schmuck schmeichelt, Adern eher grünlich): Creme, Camel, Oliv, Warmgrau, Waldgrün, Rost.
  • Kalt (silberner Schmuck schmeichelt, Adern eher bläulich): Reinweiß/Off-White, Navy, Kühle Graus, Beerentöne, Tannengrün.
  • Neutral: Viele Töne funktionieren; meide extreme Neons. Mittlere Tonwerte sind sicher.

Test: Halte Stoffe bei Tageslicht ans Gesicht. Wirkt die Haut ruhiger und die Augen klarer? Dann passt der Ton.

Materialkunde kurz praktisch

  • Popeline/Twill (Baumwolle): Glatt, formstabil. Gut für Hemden/Blusen.
  • Oxford/Chambray: Leicht texturiert, smart casual.
  • Merino-Feinstrick: Temperaturausgleichend, knitterarm, elegant-leger.
  • Tencel/Viskose: Weich fließend, kühlt leicht. Achte auf Blickdichte.
  • Leinenmischungen: Luftig, edler Knitter. Für Sommer top – im Zweifel als Mischung für weniger Falten.
  • Leder (matt): Ruhe und Wertigkeit; poliert wirkt schnell „Abend“. Pflegen, nicht überglänzen.

Grooming-Feinschliff in 10 Minuten

  • Gesicht reinigen, leichte Feuchtigkeitspflege, Lippenbalsam.
  • Augenbrauen bürsten, ggf. minimal fixieren.
  • Männer: Konturen sauber, Nacken/Hals prüfen, Rasurbrand beruhigen.
  • Hände: Nägel kurz/sauber, Handcreme sparsam.
  • Atem: Wasser + zuckerfreier Kaugummi/Mundspray. Kein überparfümierter Atemspray.
  • Mini-Voice-Warm-up: 3 tiefe Atemzüge, „mmm“-Summen – Stimme wird ruhiger.

Digitaler Sonderfall: Video-Call statt physischem Treffen

  • Kamera und Licht
    • Licht frontal, leicht erhöht. Tageslicht vor dir, nicht hinter dir. Kein hartes Deckenlicht.
    • Kamera auf Augenhöhe. Laptop auf Bücher/Stand stellen.
  • Farben und Muster
    • Mittlere Töne vermeiden Ausbrennen/Grieseln. Keine engen Streifen (Moiré-Effekt), keine großen Logos.
  • Oberteil-Fokus
    • Kragen/Ausschnitt klar, Stoff matt. Schultern sichtbar – vermittelt Präsenz.
  • Hintergrund
    • Ruhig, neutral, aufgeräumt. Pflanzen/Bücher okay, aber keine privaten Fotos im Fokus.
  • Ton
    • Headset oder ruhiger Raum. Testcall 5 Minuten vorher.
  • Haltung
    • 70% in die Kamera schauen, sonst auf den Bildschirm. Hände ab und zu ins Bild – wirkt verbindend.

Kultur und Kontextsensibilität

  • Formelle Kulturen/Settings: Eher gedeckte Farben, geschlossene Schuhe, lange Ärmel. Zurückhaltende Accessoires.
  • Locker-urbane Kontexte: Smarte Sneaker und Overshirt sind ok. Dennoch gepflegt und leise im Branding.
  • Religiöse/konservative Familienumfelder: Ausgeschnittene, ärmellose, sehr figurbetonte Teile vermeiden. Respekt ist das Ziel, nicht Anpassung um jeden Preis.

15-Minuten-Notfallplan „Ich muss gleich los“

  • 0–3 Minuten: Gesicht waschen, Pflege, Zähne, Lippenbalsam.
  • 3–6 Minuten: Bewährtes Oberteil + Hose/Rock aus der „sicheren“ Duo-Farbpalette (z. B. Navy + Creme). Gürtel dazu.
  • 6–9 Minuten: Schuhe reinigen (Feuchttuch), Socke/Strumpf prüfen, Jacke wählen.
  • 9–12 Minuten: Haare kämmen, matte Texturcreme/Ölspitze, Deodorant, 1 Sprühstoß Duft.
  • 12–15 Minuten: Fusselrolle, Spiegel-Check, Wasser einpacken, Atem beruhigen.

Live-Troubleshooting vor Ort – erweitert

  • Knitterfalten: Toilettenpapier anfeuchten, leicht andrücken, mit warmen Händen glätten.
  • Abstehender Faden: Nicht ziehen, abknoten, nah an Knoten abschneiden.
  • Make-up/Concealer-Ränder: Mit angefeuchtetem Taschentuch sanft ausblenden, nicht rubbeln.
  • Schuh quietscht: Minimal Wasser auf die Sohle, kurz trocknen lassen.

Mini-Kapselgarderobe fürs Ex-Treffen (10 Teile, unisex adaptierbar)

  • 2 Oberteile: Dichtes T-Shirt creme/weiß, Oxford-/Blusenhemd soft blau.
  • 2 Layer: Feinstrick (Merino) in Grau, Overshirt/leichter Blazer in Navy/Taupe.
  • 2 Unterteile: Dunkelblaue Straight-Jeans, dunkelgraue Chino/Wollhose.
  • 2 Schuhe: Saubere weiße Sneaker, glatte Derbys/Loafer/Chelseas.
  • 1 Outerwear: Leichter Trench/Bomber je nach Stil.
  • 1 Accessoire: Schlichte Uhr oder feines Tuch.

Kombinationsbeispiele (7 Tage = 7 Looks):

  • Tag 1 Café: Blaues Oxford + Chino + weiße Sneaker + Feinstrick über die Schultern.
  • Tag 2 Park: T-Shirt + Overshirt + Jeans + Sneaker.
  • Tag 3 Abendessen: Oxford/Bluse + Blazer + Wollhose + Derbys/Loafer.
  • Tag 4 Freundeskreis: T-Shirt + Feinstrick + Chino + Sneaker.
  • Tag 5 Kurzübergabe: T-Shirt + leichte Jacke + Jeans + Sneaker.
  • Tag 6 Theater: Bluse/Hemd + Blazer + Wollhose + Derbys/Loafer.
  • Tag 7 Spontan: Oxford offen über T-Shirt + Jeans + Sneaker.

Häufige Mythen – kurz entkräftet

  • „Nur Rot wirkt.“ Falsch. Ruhe, Passform und Pflege wirken stärker und zuverlässiger.
  • „Teuer = besser.“ Falsch. Schnitt, Stoff, Sauberkeit schlagen Preis.
  • „Ganz schwarz ist immer elegant.“ Halb wahr. Textur- und Lichtmanagement sind entscheidend, sonst wirkt es hart.

Wann du bewusst auf „Nein“ signalisierst

  • Wenn du Grenzen klarmachen willst: Höflich-formelle Elemente (geschlossene Schuhe, strukturierter Kragen, gedeckte Palette, weniger Haut). Dazu klare Sprache: Zeitrahmen benennen, Themenstruktur vorschlagen.

Sprache, die dein Outfit unterstützt – zusätzliche Micro-Skripte

  • „Ich möchte respektvoll bleiben. Wenn es emotional wird, machen wir eine kurze Pause.“
  • „Lass uns die Themen nacheinander nehmen: erst Organisatorisches, dann Gefühle.“
  • „Ich bin heute für Klarheit hier – nicht für Entscheidungen unter Druck.“

Pflege-Shortcuts, die viel bewirken

  • Steamer statt Bügeleisen: 3 Minuten für Bluse/Hemd; Falten fallen, Gerüche verfliegen.
  • Fusselrasierer bei Strick: Sofort hochwertiger Look.
  • Einlegesohlen erneuern: Frische + Komfort.
  • Schuhspanner verwenden: Form halten, Falten minimieren.

Nachhaltigkeit ohne Dogma

  • Ausleihen/Tauschen: Frage eine:n Freund:in mit ähnlicher Größe nach einem Blazer/Trench.
  • Second-Hand hochwertig: Besserer Stoff für weniger Geld. Vorher waschen/aufarbeiten.
  • Reparieren: Offene Nähte schließen, Knöpfe festigen – kleine Pflege, große Wirkung.

Wenn du dich in deinem Körper unwohl fühlst

  • Wähle „sensorisch nette“ Materialien (weich, nicht kratzig). Ein Kleidungsstück, das du liebst, als Anker.
  • Fokuswechsel: Formuliere 3 Verhaltensziele („freundlicher Ton“, „klarer Zeitrahmen“, „aufrechte Haltung“), statt Optik-Ziele.

Stimme und Präsenz

  • Atem: 4 Sekunden ein, 6 aus – 6 Wiederholungen vor Betreten des Ortes.
  • Tonlage: Mittlere Lage wirkt ruhiger. Sprich 10% langsamer als üblich.
  • Pausen zulassen: Deine Kleidung sendet Ruhe – deine Stimme darf sie spiegeln.

Mit diesen erweiterten Entscheidungshilfen und praxisnahen Bausteinen erhöhst du die Chance, dass dein Outfit dich unterstützt: leise, klar, respektvoll. So bleibt Raum für das, worauf es wirklich ankommt – eure Worte und Grenzen.

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